2.240.000.000.000 Euro in 2022 für Rüstung: Nur 2,5 Prozent davon könnten weltweit Hunger bekämpfen – doch Staatengemeinschaft investiert lieber in Waffen

Die weltweiten Rüstungsausgaben sind erneut auf einem nie zuvor gemessenen Höchststand: Über 2240 Milliarden US-Dollar, umgerechnet mehr als zwei Billionen Euro, hat die internationale Staatengemeinschaft im vergangenen Jahr für Kriegsgüter, Armeeunterhalt und Rüstungsforschung ausgegeben. Allein die USA (877 Mrd. $), China (292 Mrd. $) und Russland (86,4 Mrd. $) kamen den Angaben des „Stockholmer internationalen Friedensforschungsinstituts“ (SIPRI) zufolge für über 53 Prozent der weltweiten Rüstungsausgaben auf. Auch in Mittel- und Westeuropa stiegen die Militäretats binnen nur zehn Jahren um 30 Prozent auf 345 Milliarden US-Dollar – so hoch wie seit dem Kalten Krieg nicht mehr.

Derweil warnen die Vereinten Nationen vor einer humanitären Katastrophe: Mehr als 348 Millionen Menschen brauchen in diesem Jahr dringend humanitäre Unterstützung. Gebraucht würden den Angaben des „Amtes der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten“ (UNOCHA) für das Jahr 2023 rund 54 Milliarden US-Dollar, um die Auswirkungen von Hunger und Krieg auf der Welt zu lindern – also in etwa 2,5 (zwei Komma fünf!) Prozent der weltweiten Rüstungsausgaben. Bis April diesen Jahres konnte die UN von dieser Summe jedoch lediglich 7,2 Milliarden US-Dollar auftreiben, also ganze 13 Prozent des benötigten Geldes. Für die internationale Staatengemeinschaft ein ausgemachtes Armutszeugnis, beweisen die vorliegenden Zahlen immerhin einmal mehr: Rüstung und Krieg sind einträgliche Geschäfte für Staaten und Konzerne – die Bewältigung der weltweiten Armut hingegen nicht.